Lade Veranstaltungen

icon zurück ZURÜCK

Fatherland (von Pawel Pawlikowski)

Freitag
16.
22:30 - 23:30

1949 unternehmen der Schriftsteller Thomas Mann und seine Tochter Erika eine Autoreise durch Deutschland – ihre zerstörte, geteilte und ihnen fremd gewordene Heimat. Kommen sie gemeinsam heil aus den Trümmern der Geschichte und ihrer Familie heraus? Nach dem ebenso zerbrechlichen Ida (2013) und Cold War (Grand Prix für den Besten Film beim FFG 2018) kehrt der polnische Filmemacher Paweł Pawlikowski in das Europa des Kalten Krieges zurück. In Cannes schnappte er sich erneut den Preis für die Beste Regie, und Schauspielerin Sandra Hüller verblüfft einmal mehr. Frei inspiriert von einem bewegten Kapitel aus dem Leben eines der größten Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts, beweist der Roadmovie Fatherland, dass Emotionen immer ihren Weg nach Hause zurückfinden.

Deutschland, 1949. Der weltberühmte Autor Thomas Mann kehrt nach sechzehn Jahren in seine Heimat zurück, um den renommierten Goethepreis entgegenzunehmen. Doch es gibt wenig Grund zur Freude. Der Krieg hat das Land geteilt zurückgelassen, buchstäblich (in West- und Ostdeutschland) und im übertragenen Sinne. Für manche ist der Emigrant Mann ein Verräter. Andere erwarten von dem Schriftsteller hoffnungsvolle Worte, mit denen sich die Gesellschaft aus den Trümmern retten lässt. Unterdessen behalten ihn die antikommunistischen Vereinigten Staaten genau im Blick. Begleitet von seiner Tochter Erika, gerät auch die besondere Bindung zu ihr unter Druck. Der Tod geistert noch immer durch Europa und verfolgt die beiden über die Landesgrenzen hinweg.

Als Regisseur Paweł Pawlikowski angeboten wurde, Colm Tóibíns biografischen Roman The Magician zu verfilmen, lehnte er das Angebot ab. Dennoch faszinierte ihn ein Ereignis aus dem Buch: Thomas Manns Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1949. Wie sich das historische Drama damals mit dem Persönlichen verflocht, bildete die Keimzelle des Drehbuchs. Gemeinsam mit seinem Co-Drehbuchautor baute Pawlikowski auf der erzählerischen Freiheit auf, die sich die fiktionalisierte Biografie bereits genommen hatte. Nicht zuletzt durch die überraschend zärtliche Schwarz-Weiß-Fotografie und das intime, beinahe quadratische Bildformat ist sein neuester Roadtrip durch die europäische Geschichte unbeabsichtigt zum Schlussstück eines poetischen Triptychons mit Ida (2013) und Cold War (2018) geworden.

Der stark aufgeladene Begriff Fatherland erhält hier eine doppelte Bedeutung und wirft Fragen auf, auf die wir heute noch immer Antworten suchen. In serener Hingabe findet der Film eine verletzliche Schönheit und Trost. Die Schauspieler Hanns Zischler und Sandra Hüller (The Zone of Interest, Anatomie d’une chute) sind als Vater und Tochter in ihren Unvollkommenheiten perfekt aufeinander abgestimmt. Die Rolle, die einer ebenso unvollkommenen Orgel und der klassischen Musik zukommt, sorgt in dieser Festivalausgabe zweifellos für einen der bewegendsten Momente. Mit dem sanftmütigen Preisgaranten Cold War eroberte Paweł Pawlikowski bei Film Fest Gent die Herzen sowohl der internationalen Jury als auch des Publikums, wie der Grand Prix für den Besten Film beziehungsweise der Canvas-Publikumspreis bewiesen. Fatherland erfüllt die hohen Erwartungen mehr als nur. In Cannes gewann der polnische Filmemacher zum zweiten Mal den Preis für die Beste Regie.

https://www.filmfestival.be/en/film/fatherland

WO:

Filmfest Gent Leeuwstraat 40b, 9000 Gent
Leeuwstraat 40b, 9000 Gent
Gent, Oost-Vlaanderen Belgium
Google Karte anzeigen

Telefon:

https://www.filmfestival.be/nl/over-ffg/contact

WANN:

16. Oktober
22:30 - 23:30

VERANSTALTUNGSKATEGORIEN:

KONTAKT: