
Vier Mädchen, ein Hof, hundert Jahre: Mascha Schilinskis gefeiertes Jahrhundertmosaik
Ein Bauernhof in der Altmark. Hier wachsen vier Mädchen in den 1910er Jahren, in den 1940ern, in der DDR der 1980er Jahre und in der Gegenwart auf. Sie begegnen einander nie, und doch spiegeln sich ihre Leben. Mascha Schilinski erzählt diese hundert Jahre nicht chronologisch, sondern als assoziativen Erinnerungsstrom. Sichtbar wird dabei, dass die Gewalt gegen diese Mädchen nicht von einzelnen Personen ausgeht, sondern in den Verhältnissen liegt – und wie sich unaufgearbeitete Traumata über Generationen vererben, bis niemand mehr weiß, woher sie kommen.
Der Film ist zugleich ein Ereignis der Form. Die Kamera sucht die Nähe der Gesichter, Ton und Schnitt verweben die Zeiten. Auch die Sprache verändert sich mit den Jahrzehnten: In den frühen Episoden wird Plattdeutsch gesprochen. Getragen wird das alles von vier jungen Darstellerinnen, die ihre Figuren nie zu Opfern machen. In Cannes 2025 mit dem Preis der Jury ausgezeichnet, ging In die Sonne schauen als deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen und gewann 2026 zehn Deutsche Filmpreise, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Empfohlen ab 16 Jahren.
Pressestimmen
„A mysterious and uncanny prose-poem of guilt, shame and yearning.“ – The Guardian
„La vertigineuse exploration sensorielle des méandres d’une mémoire collective.“ – Cahiers du Cinéma
„Rarement un film aura fait exister avec autant de force notre propre sentiment d’étrangeté.“ – Le Monde
„Ein Film, den man nicht mehr vergisst.“ – Süddeutsche Zeitung
Deutsche Originalfassung mit französischen Untertiteln. Dieser Film wird präsentiert in Zusammenarbeit mit der Université de Liège und mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Botschaft Brüssel. Einführung auf Deutsch und Französisch: Jeremy Hamers, professeur de cinéma documentaire et de littératie médiatique, Université de Liège / Claus Telge, lecteur de langue et littérature allemandes, Université de Liège.
Der Eintritt ist frei, Anmeldung ist jedoch erforderlich : claus.telge@uliege.be