
Online-Workshop mit Prof. Dr. Thomas Ernst und Myra Bork (Universiteit Antwerpen)
Im Rahmen der „Woche für Deutsch 2026“
Das Medienverhalten der jungen und jüngsten Generation wandelt sich umfassend. Debatten über die Notwendigkeit von Social Media-Verboten sowie die Klage darüber, dass Schülerinnen und Schüler heute nicht mehr läsen, lösen einander ab. Man kann diesen Wandel beklagen, man kann ihn jedoch auch als Chance begreifen.
Letzteres werden wir in diesem Online-Workshop versuchen, der sich als Teil eines Projektes versteht, das gerade an der Universiteit Antwerpen entwickelt wird. Was früher noch ‚literarischer Kanon‘ hieß und oft als ‚Leseliste‘ in die Unterrichts- und Lehrplanung Einzug hielt, wird nun unter einen breiteren Medienbegriff gestellt und soll perspektivisch in einer digitalen, vernetzten Form und mit vielfältigen Informationen angereichert verfügbar gemacht werden.
Der Online-Workshop richtet sich an Deutschlehrende an belgischen Schulen und Hochschulen sowie an deren Studierende, aber auch an alle diejenigen, die sich für die Nutzung des literarischen Kanons, von Filmen und anderen deutschsprachigen Medien in Belgien interessieren.
Im ersten Teil erhalten Sie einen Überblick über die aktuellen Diskussionen zur notwendigen Erweiterung des literarischen und medialen Kanons. Dabei treten insbesondere Fragen seiner Attraktivität für eine veränderte Schüler- und Studierendenschaft sowie die Konkurrenz digitaler und sozialer Medien ins Zentrum.
Im zweiten Teil kommen wir miteinander ins Gespräch: Inwiefern haben sich die Voraussetzungen für den Deutschunterricht heute durch den sozialen, medialen und kulturellen Wandel tatsächlich verändert? Mit welchen literarischen und filmischen Werken haben Sie in Lehre und Unterricht besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht? Welche praktischen oder technischen Probleme bestehen beim Zugriff auf deutschsprachige Lehrmaterialien? Was müsste eine Plattform leisten, die Kanon- und Medienwissen für Deutschlehrerinnen in Belgien verfügbar macht?
Im dritten Teil werden die zentralen Ergebnisse kurz zusammengefasst und um einige Hinweise aus dem Projekt ergänzt. Alle Teilnehmenden sollten mit neuen Gedankenanstößen und Ideen für neue Lerngegenstände in die eigene Lern- und Lehrpraxis gehen.

Prof. Dr. Thomas Ernst hat sich schon früh für den Wandel des literarischen Kanons in der digitalen Gesellschaft interessiert (u.a. Aufsatz über die „Bewertungsprozesse von Literatur und Aufmerksamkeitsökonomien im Internet“, 2011) und später eine „#Netzliteraturwissenschaft“ (Zeitschrift für Germanistik, 2022) entworfen, die auch über die Zukunft des Deutschunterrichts in der digitalen Gesellschaft nachdenkt.

Myra Bork hat ein Masterdiplom für Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft und das Lehrdiplom für Maturitätsschulen an der Universität Zürich erworben. Sie kann auf langjährige Erfahrungen als Deutschlehrerin in der deutsch- und italienischsprachigen Schweiz zurückgreifen.
Gemeinsam entwickeln sie derzeit an der Universiteit Antwerpen ein Projekt zur Auswahl von Literatur, Filmen und anderen Medien für den Deutschunterricht an Schulen und Hochschulen unter den veränderten medialen und gesellschaftlichen Bedingungen der Gegenwart.
Anmeldung: Wenn Sie an diesem Workshop teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bis zum Donnerstag, 15.10.2025, über den Anmeldeknopf unten an, den Sie auf den Seiten des Deutschcafés der Universität Antwerpen finden: https://www.uantwerpen.be/en/projects/deutschcafe/programm/16102026-borkernst/. Am Tag der Veranstaltung erhalten Sie dann um 12:00 Uhr eine Email mit den Zugangsdaten zum Zoom-Raum.
ZEIT: Freitag, 16.10.2026, 12:30-13:30 Uhr
ORT: Online (via Zoom)
Die Veranstaltung wird angeboten im Rahmen der „Woche für Deutsch 2026“ und in Kooperation mit dem Deutschcafé der Universität Antwerpen.